Heim » Gedanke » Weg zum Leben » Jesus und der Gesetzeskundige. Wer ist mein Nächster?

Jesus und der Gesetzeskundige. Wer ist mein Nächster?


4,7

          

                        

Dieser Beitrag wurde aus dem Englischen übersetzt. Wir entschuldigen uns für etwaige Fehler. Sollten Sie Fehler finden, teilen Sie uns diese bitte im Kommentarbereich unten mit.

Eines Tages kam ein Gesetzeskundiger zu Jesus. Zur Zeit Jesu galt ein Mann nur dann als Experte, wenn er das Buch der Gesetze in Gänze kannte. Dieser Mann, der Jesus begegnete, hatte die Gesetze des Alten Testaments vollständig erlernt oder auswendig gelernt. Solche Männer genossen zu Jesu Zeiten hohes Ansehen in der Gemeinde. Der Gesetzeskundige war stolz auf seine Intelligenz und sein Wissen. Er fragte Jesus: „Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“

Dies war keine neue Frage für Jesus. Schon einige Jahre zuvor hatte Nikodemus Jesus nach dem ewigen Leben gefragt. Nikodemus war ein reicher und einflussreicher Mann. Doch er kam demütig und voller Eifer, die Wahrheit zu erfahren, zu Jesus. Er wollte wissen, was er tun konnte, um das ewige Leben zu erlangen, und war bereit, es zu tun. Jesus wiederum nahm sich Zeit für Nikodemus und erklärte ihm vieles, nicht nur ihm, sondern auch uns. Das ist im Johannesevangelium, Kapitel 3, aufgezeichnet. Als der Gesetzeslehrer jedoch dieselbe Frage stellte, bemerkte Jesus weder Aufrichtigkeit noch Demut in seiner Frage. Der Gesetzeslehrer nahm das ewige Leben nicht ernst und war mehr daran interessiert, Jesus zu befragen.

Anstatt die Frage zu beantworten, stellte Jesus dem Experten dieselbe Frage zurück. Stolz antwortete er sofort aus dem Gedächtnis: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit all deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand.“ Und: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Er bewies sein Wissen, indem er die Fragen beantwortete.

Mit anderen Worten: Der Gesetzeskundige stellte eine Frage, deren Antwort er bereits kannte. Doch Jesus wusste tief in seinem Herzen, dass der Experte zwar die Antwort kannte, sie aber nie in die Praxis umgesetzt hatte. Deshalb forderte Jesus ihn auf, zurückzukehren und das zu tun, was er gesagt hatte. Die Bibel zu lesen und ihr zu folgen, ist ein dreistufiger Prozess.

  1. Wir müssen die Bibel lesen
  2. Wir müssen verstehen, wie wir die Bibel in unserem Leben anwenden können.
  3. Wir müssen unser Verständnis in die Praxis umsetzen und es in unserem persönlichen Leben anwenden.

Der Gesetzeskundige kannte die Bibel, hatte aber eine Frage zum Verständnis und zur Anwendung des Textes. Er wollte wissen, wer der Nächste ist, damit er ihn lieben kann. Jesus beginnt seine Antwort mit einem Gleichnis.

Priester, der die Anwendung nie kannte:

Es war einmal ein Jude, der von Jerusalem nach Jericho reiste. Jerusalem ist bekannt für seinen Frieden, Jericho hingegen für seinen Fluch. Auf seiner Reise nach Jericho wurde der Jude von Räubern überfallen und fast zu Tode geprügelt. Während er am Straßenrand lag und nach Hilfe suchte, kam ein jüdischer Priester vorbei. Der Priester kannte die Gebote des Alten Testaments sehr gut. Er wusste, dass er seinen jüdischen Mitmenschen lieben musste. Er hatte das Gesetz oft im Tempel gepredigt. Doch er beschloss, die Straße zu überqueren und an dem Verletzten vorbeizugehen, als sähe er ihn nicht. Der Priester hatte nie verstanden, was er anderen gepredigt hatte. Er hatte die Anwendung der Gesetze nicht durchdacht, als er sie anderen verkündete.

Auch wir könnten in diese Kategorie von Menschen fallen. Wir könnten regelmäßig in die Kirche gehen und anderen die frohe Botschaft des Evangeliums verkünden. Doch wenn wir uns nicht bewusst mit der Bibel auseinandersetzen und ihre praktische Anwendung verstehen, entgeht uns womöglich, was Gott uns eigentlich lehren will.

Tempelassistent/in, der/die die Bewerbung kannte, sich aber nie beworben hat.

Dann kam ein Tempeldiener vorbei. Er hatte viele Predigten über das ewige Leben gehört und wusste auch um die Nächstenliebe. Er kam an dem Mann vorbei, der am Wegesrand lag. Er ging näher zu ihm und betrachtete ihn. Ihm fiel die Bedeutung der Bibel ein. Doch das Herz des Tempeldieners war noch nicht bereit, das Gelernte anzuwenden. Er ging seinen weltlichen Angelegenheiten nach.

Manche von uns könnten in die Kategorie der Tempelhelfer fallen. Wir kennen vielleicht die Bibel. Wir haben vielleicht auch ihre praktische Anwendung verstanden. Aber vielleicht wenden wir sie letztendlich nie in unserem Leben an.

Ein Samariter, der wenig vom Gesetz wusste, aber es anzuwenden verstand.

Schließlich kam der Samariter. Den Samaritern war es nicht einmal erlaubt, den Tempel Gottes zu betreten. Sie galten als Ausgestoßene und durften sich nur im äußeren Vorhof des Tempels aufhalten. Sie konnten kaum einer Predigt des Priesters beiwohnen. Doch der Samariter kannte die Nächstenliebe wie der Priester und der Tempeldiener. Anders als diese dachte der Samariter sorgfältig über die Anwendung des Gelesenen nach und wandte es auf den Juden an, der halbtot am Weg nach Jericho lag. Der Samariter kniete vor ihm nieder, nahm das Öl und goss es auf seine Wunden. Er reinigte sie und hob ihn dann auf seinen Esel. Er brachte den Juden in eine Herberge und bezahlte die Wirtin für seine Unterbringung. Mit diesem Geld hätte man zu Jesu Zeiten zwei Wochen lang Essen und Unterkunft bezahlen können.

Jesus macht dem Gesetzeskundigen eine klare Ansage: In der Bibel geht es in erster Linie darum, sie in unserem persönlichen Leben anzuwenden. Beim Bibellesen sollte der Fokus daher zunächst darauf liegen, uns selbst und dann anderen die Bedeutung jeder einzelnen Bibelstelle zu vermitteln.

Nun stellte Jesus dem Gesetzeskundigen, der Nachbar des verletzten Juden war, eine Frage. Der Gesetzeskundige befand sich in einem Dilemma. Wenn er „Samariter“ sagte, musste er ihn lieben wie sich selbst. Doch tief in seinem Herzen hasste er die Samariter. Daher war er weit davon entfernt, die Schriften, die er jahrelang studiert hatte, praktisch anzuwenden.

Jesus übermittelt uns eine kraftvolle Botschaft. Jesus nachzufolgen bedeutet nicht nur, die Bibel zu kennen, sondern auch, ihre Bedeutung zu verstehen und sie in unserem Leben anzuwenden.

Und schließlich: Wer ist unser Nächster? Juden und Samariter hassen einander. Juden betrachten Samariter als Abscheulichkeit. Unser Nächster kann jemand sein, den wir hassen, von dem wir glauben, dass nichts Gutes an ihm ist, oder der für unsere Gemeinschaft ein Gräuel ist.

Schreibe einen Kommentar