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(Basierend auf Markus 11,12-19)
Jesus hielt sich vier Tage vor seiner Kreuzigung in Bethanien auf. Am Morgen reiste er mit seinen Jüngern von dort nach Jerusalem. Es ist wichtig zu beachten, dass Jesus nur noch zwei Tage seines öffentlichen Wirkens vor sich hatte. Er verbrachte den Großteil dieser beiden Tage mit seinen Jüngern. Jesus wusste, dass sein öffentliches Wirken bald enden würde. Er wusste auch, dass sein Wirken auf Erden bald vorbei sein würde.
Verfluchter Feigenbaum
Auf dem Weg nach Jerusalem waren Jesus und seine Jünger hungrig. Jesus sah von Weitem einen Feigenbaum und ging darauf zu. Doch er fand nur Blätter. Das Passahfest wird normalerweise zwischen Ende März und Anfang April gefeiert. Das ist nicht die Jahreszeit für Feigenbäume. Trotzdem verfluchte Jesus den Baum mit den Worten: „Niemand soll je wieder Früchte von dir essen!“ Warum erwartete Jesus Früchte von einem Baum, der gar nicht zur Saison gehörte? Klingt das nicht unlogisch?
Hierfür könnte es mehrere theologische Erklärungen geben:
1. Jesus erwartet von den Christen, dass sie unabhängig von den Umständen ihres Lebens jederzeit bereit und fruchtbar sind.
2. Als Jesus sich von Bethanien dem Tempel näherte, verkündete er das Urteil über den Jerusalemer Tempel und seinen fruchtlosen Dienst.
3. Der Feigenbaum repräsentiert das Volk Israel. Er symbolisiert den Fluch, der auf Israel lastet, das oberflächlich betrachtet alle Gesetze zu befolgen scheint, aber spirituell keine Früchte hervorbringt.
Jesus reinigt den Tempel
Jesus und seine Jünger erreichten den Jerusalemer Tempel und betraten den Tempelhof. Jesus sah, dass der Tempel in einen Marktplatz umgewandelt worden war. Dort wurde mehr gehandelt als gebetet. Zu Jesu Zeiten floss der größte Teil des Gewinns aus dem Tempelgeschäft an die Hohepriester. Die Geldwechsler tauschten die ausländischen Währungen in die Tempelwährung um. Die im Tempel verkauften Waren konnten nur mit der Tempelwährung erworben werden. Keine andere Währung wurde akzeptiert. Das Tempelgeschäft war darauf ausgerichtet, durch den Verkauf von Opfergaben enorme Gewinne zu erzielen. Die Wechselkurse wurden von den Geldwechslern festgelegt und manipuliert, um die Fremden, die zu den Festen nach Jerusalem kamen, auszubeuten.
Jesus wusste all dies, warf die Tische der Geldwechsler um und verbot allen, im Tempel Handel zu treiben. Damit stellte er sich direkt gegen den Hohepriester und dessen Geschäftsinteressen. Jesus liebte die Sünder, aber hasste die Sünde. Er zog eine klare Trennlinie zwischen Sünde und Sündern. Er konnte die Sünde nicht ertragen, war aber stets bereit, den Sündern zu vergeben, sofern sie sich ändern wollten. Jesus erwartete von der Kirche, dass sie ein Haus des Gebets für alle Völker sein sollte – ein Ort, der für die eigenen und die anderen Völker betet. Doch zu Jesu Zeiten wurde sie zu einem gewinnorientierten Geschäftszentrum. Jesus wollte vor seinem Tod eine klare Botschaft vermitteln.
Der Hohepriester wollte Jesus während des Passahfestes nicht verhaften, um Unruhen und eine Massenpanik zu vermeiden. Doch Jesu direktes Eingreifen gegen einflussreiche Männer im jüdischen Umfeld veranlasste sie, ihren ursprünglichen Plan zu überdenken. Sie wollten ihn töten, fürchteten ihn aber, da er großen Rückhalt in der Bevölkerung genoss. Die jüdischen Führer hatten Jesus am Vortag auf einem Esel reiten sehen.
Als es Abend wurde, kehrten Jesus und seine Jünger nach Bethanien zurück. Es war vier Tage vor Jesu Kreuzigung.
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